Rantasten an die Giftfässer

Deponie Morgenstern: Giftfässer werden geborgen

Auf dem Gelände der ehemaligen Deponie Morgenstern im Landkreis Goslar sollen in dieser Woche die ersten Giftmüllfässer geborgen werden. Experten rechnen mit bis zu 150 Fässern im Randbereich der Deponie. Rund 15.000 Kubikmeter Erde müssen bewegt werden, um an die Fässer heranzukommen, sagte ein Verwaltungssprecher am Montag. Mithilfe eines Spezialbaggers sollen die Fässer aus dem Boden geholt werden. Anschließend sollen sie in Spezialcontainer verpackt und gesondert verbrannt werden. Menschen sollen die Grube nach Angaben der Bergungsfirma wegen nicht abzuschätzender Gefahren nicht betreten.

Nur ein Bruchteil der Chemieabfälle

Verladen werden sollen die Fässer auf der Fläche der ehemaligen Schachthalle, die Ende vergangenen Jahres abgerissen worden war. Wie Landrat Thomas Brych (SPD) bei einer Informationsveranstaltung sagte, handelt es sich bei den rund 150 Fässern mit hoher Wahrscheinlichkeit nur um einen Bruchteil der Chemieabfälle in dem ehemaligen Bergwerk. Dennoch sei dies ein wichtiger Schritt. "Alles was wir entfernen, kann künftig auch keine potentielle Gefahr mehr darstellen", so Brych. Auf dem Gelände des ehemaligen Eisenerzbergwerks soll die Firma Florentz in den 60er-Jahren hochgiftige Chemieabfälle angenommen, aufbereitet und illegal verklappt haben. Von 1976 bis 1993 wurde an dem Standort Hausmüll deponiert.

Oberfläche soll abgedichtet werden

Nach der Bergung der Fässer soll die Oberfläche der Deponie abgedichtet werden, sagte der Leiter der Projektgruppe Morgenstern des Landkreises, Michael Riesen. Die Bewachung und möglicherweise auch weitere Erkundung der Deponie werde den Landkreis aber auch weiterhin beschäftigen. Die Kosten für die Sanierung der Deponie belaufen sich auf rund 20 Millionen Euro.

Quelle: https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/braunschweig_harz_goettingen/Deponie-Morgenstern-Giftfaesser-werden-geborgen,morgenstern272.html